logo

Ratgeber Mainboard kaufen: von X58 bis AM3, günstig bis brandneu

Asus

Foto: Asus

Ohne Mainboard geht gar nichts: Die Hauptplatine hält den PC zusammen. An ihr werden alle Komponenten angeschlossen. Dazu bieten viele Mainboards bereits integrierte Funktionen, die man sonst nachher nachrüsten müsste. Und deswegen kann die Entscheidung für das richtige Mainboard auch ganz schön schwierig ausfallen: Welche CPU soll heute in den Rechner? Welche vielleicht in zwei Jahren? Welche Schnittstellen braucht man? Wie viele? Wir geben einen groben Überblick.

Was ist was: Sockel, Bauform und Co.

Um ein Mainboard, Motherboard, ‘Mobo’ oder eine Hauptplatine (alles dasselbe) auswählen zu können, muss man erst einmal wissen, welche CPU angestrebt wird. Denn es gibt verschiedene aktuelle Sockel, die jeweils nur mit bestimmten Prozessoren zusammenarbeiten können. Aktuell sind die Sockel LGA 775 für ältere und 1366 für die ganz neuen CPUs von Intel, während sich bei AMD inzwischen alles im Bereich AM2, AM2+ und AM3 abspielt. Die Kontrolle, was passt, fällt leicht: Die Angaben zum Sockel bei Mainboard und CPU müssen einfach übereinstimmen.

Die Bauform (auch gern ‚Formfaktor‘) des Mainboards ist ebenfalls wichtig: Wer mit dem PC in Zukunft viel vorhat, wählt eine ordentlich große Hauptplatine, wer einen Mini-PC aufbauen will, möglichst kleine. Größere bieten natürlich mehr Steckplätze für Erweiterungen und mehr Platz für Kühlung. Auch hier gibt es Standards, vor allem ATX, aber auch Mini-ITX und viele andere. Diesmal müssen Format des Mainboards und des Gehäuses zusammenpassen.

Der Grafik-Chipsatz spielt oft nur eine untergeordnete Rolle. Wer seinen PC zusammenstellt, um gute Performance zu bekommen, der gibt sich mit der integrierten Grafik ohnehin nicht zufrieden. Wer nur gelegentlich spielt und keine Grafikkarte ausrüstet, der achtet hier auf moderne Chipsätze: Die bringen erhebliche Performanceunterschiede bei Gaming und Multimedia.

Arbeitsspeicher ist billig, aber wichtig — entsprechend sollte man darauf achten, dass genug Platz für viel Speicher in hohen Taktraten da ist. Die Erfahrung zeigt: Was heute reichlich wirkt, ist in wenigen Jahren viel zu wenig. Noch aktuell ist der Standard DDR2, DDR3 ist bereits aktuell und arbeitet schneller.

X58-Motherboards – Intels Ende der Fahnenstange

Asus

Foto: Asus

Richtig starke Performance bringen die Core i7-CPUs von Intel, verbunden mit dem X58-Chipsatz und LGA 1366-Sockel auf Mainboards. Hier macht selbst der Blick auf Einstiegspreise klar, dass Core i7 nicht reif ist für die breite Masse. Enthusiasten und Gamer sollen sich für die Plattform interessieren. Viel von dem Reiz, aber auch der hohen Einstiegshürde machen die neuen Mainboards aus. Core i7 bringt den X58-Sockel und viele Neuerungen auf dem Mainboard: Statt klassischem Frontsidebus erledigt das Quick Path Interconnect Interface die Aufgabe schneller. In einigen Punkten hat sich die Architektur geändert. Das treibt nicht nur die Performance, sondern auch die Preise nach oben.

In diversen Tests gut abgeschnitten hat das Asus Rampage 2 Extreme. Als Mainboard mit Republic of Gamers-Branding bietet es sich für SLI-Gaming und Übertakten an. Günstiger kommt man zum Beispiel mit dem MSI Eclipse an den LGA 1366-Sockel. Auch dieses Modell hat in mehreren Tests seine Leistungsstärke bewiesen.

AM3: Das Neueste von AMD

MSI

Foto: MSI

Mit den AM3-Sockeln gibt es auch eine brandneue Plattform von AMD. Die ganz neuen Mainboards verstehen sich exklusiv mit den Phenom II-CPUs. Wer also auf die neuesten AMD-Prozessoren setzen will, der setzt sinnvollerweise auch auf den neuen Sockel. Mainboards mit AM3 sind im Vergleich zum 1366er Sockel richtig billig. Das MSI 790FX-GD70 beherrscht Funktionen für Fortgeschrittene wie FSB-Tuning in Echtzeit und hilft beim Energie sparen. Noch einmal deutlich billiger, aber immer noch gut ist das Gigabyte GA-790X-UD4P, das mit farbenfroher Gestaltung und besonders robuster Verarbeitung punktet.

Noch lange nicht am Ende: LGA 775 und AM2+ (günstige Mainboards)

MSI

Foto: MSI

Wer sich einen PC zusammenstellt, der sollte auch an die Zukunft denken. Deswegen sind die Mainboards mit altem Sockel nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Out sind sie aber noch lange nicht. Auch auf absehbare Zeit gehören Intel-CPUs mit Sockel 775 nicht gleich zum alten Eisen.

AMD hat mit dem AM2+-Sockel sogar eine günstige Lösung, die zu CPUs mit AM3-Sockel kompatibel ist. Viele AM2+-Boards sind allerdings nicht viel günstiger als die Hauptplatinen mit neuem Sockel. Als Preistipp kann man noch das K9A2 CF-F von MSI anführen, das für deutlich unter 100 € erhältlich ist. Gute Standardausstattung macht das Mainboard nicht gerade aufregend, aber dafür kann es sich fast jeder leisten.

Gigabyte

Foto: Gigabyte

Preisliche Unterschiede spielen im Intel-Lager eine größere Rolle. Mainboards mit 755er Sockel sind deutlich günstiger als die Nachfolger mit LGA 1366. Richtig beliebt ist zum Beispiel AsusP5Q Deluxe: Gute Ausstattung, sinnvoll angeordnete Anschlüsse und gute Features zum Übertakten lassen kaum Wünsche offen. Auch sehr gut kommt Gigabytes GA-EP45-UD3P an. Haltbarkeit spielt bei dem Mainboard eine Hauptrolle, ein weiterer Vorzug ist etwa die native Unterstützung von DDR2-Speicher bis 1366+ MHz.

In ein paar Jahren müssen die Mainboards eventuell ausgewechselt werden, wenn neue Updates anstehen — aber wer nicht immer auf das Neueste setzt, hat bis dahin viel Geld gespart.

Micro ATX Mainboards: Die kleine Alternative

Gigabyte

Foto: Gigabyte

Bisher haben wir nur ATX-Mainboards vorgestellt, und das mit gutem Grund. Bei der Ausstattung von Desktop-PCs ist diese Bauform mit Abstand am beliebtesten. Ganz kurz wollen wir noch auf Micro ATX eingehen. Die deutlich kleineren Boards sind geeignet, um kleine und energiesparende PCs auszurüsten. Allerdings ist weniger Spielraum für Erweiterungen.

Gigabytes GA-MA78GM-S2H arbeitet mit aktuellen AMD-CPUs und bietet mit HDCP-Unterstützung für das HDMI/DVI-Interface, integrierter ATI Radeon HD3200-Grafik und 7.1-Sound fast alles, was ein Mediencenter-PC braucht.

Was braucht man wofür: CPUs, Crossfire, Formfaktoren

Der Sockel bietet sich an, um Mainboards einzuteilen. Aber viele Faktoren sind sehr wichtig, bevor man einfach zum Mainboard mit den besten Testergebnissen oder dem niedrigsten Preis greift:

Wieviel Schnittstellen sind vorhanden? S-ATA-Laufwerke, PCI- und PCIe-Karten, Speichermodule — das alles braucht Platz auf dem Mainboard. Also überlegen: Was soll heute, was vielleicht später Anschluss finden?

Wofür ist Platz? Wer Komponenten ganz eng aneinander stecken muss, der bekommt schnell Probleme mit der Kühlung. Und die Anordnung der Steckplätze muss zu den Bedürfnissen passen. Wer mehrere Grafikkarten per Crossfire oder SLI zusammenschließen will, muss schauen, ob die Schnittstellen das auch erlauben.

Was ist integriert? Wer digitalen Mehrkanalsound ausgeben will, auf WLAN oder Gigabit-LAN setzt, der kann das alles auch nachrüsten — es gibt aber viele Mainboards, die solche Peripherie bereits integriert haben. Sinnvoll ist die Rechnung nur, wenn man das mit berücksichtigt.

Ran an die Platinen!

Keine falsche Bescheidenheit — Mainboards sehen für Laien undurchsichtig aus, sind vielleicht am schwierigsten zu installieren und strotzen nur so von technischen Details, die Anfänger unmöglich verstehen können. Aber ein bisschen System bei der Kaufentscheidung, ein bisschen Hilfe beim ersten Zusammenbau, und die größte Hürde bei der PC-Zusammenstellung ist genommen.

Weiterlesen: Gaming PC Ratgeber: Komponenten & Komplett-PC, CPU & GPU

Verwandte Artikel

  1. Ratgeber CPU — vom Intel bis zum AMD-Prozessor, von Core i7 bis Phenom II X4 (11.7%)
  2. MSI X58 Pro: Mainboard für Intels Core i7 (11.3%)
  3. Gaming PC Ratgeber: Komponenten und Komplett-PC, CPU und GPU (11%)
  4. Ratgeber Grafikkarten: ATI Radeon HD 4850/4870 vs. Nvidia Geforce GTX 260 (6.7%)
  5. Notebook-Display: glare oder Matt — Ratgeber Notebooks (6.6%)
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (bisher keine Bewertungen)
Loading ... Loading ...

Kommentare